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Wochenrückblick KW 18 2024

Wochenrücklick KW 18 2024

Was war los?

Drei Tage durfte ich von Montag bis Donnerstag (ausschließlich Feiertag) Betriebsräte motivieren im BetrVG 1 Seminar nahe Schweinfurt.

Neben Dresden ist Schweinfurt für mich zu einem festen Schulungsstandort geworden.

Dienstag hatte ich dort dann am späten Nachmittag noch einen Termin am Arbeitsgericht.

Es ging um die Einsetzung einer Einigungsstelle.

Meine Betriebsräte waren hocherfreut, dass die von mir gewählte Taktik aufging.

Wie nicht selten, war ihnen meine Sachverständigentätigkeit verwehrt und die vom Betriebsrat gewünschten Verhandlungen verzögert worden.

Ich habe seit vielen Jahren einen Weg gefunden, diese Unart von Arbeitgebern auszukontern und war damit auch diesmal zum x-ten Mal erfolgreich.

Es dauerte keine Viertelstunde und die Einigungsstelle stand mit Beisitzern und Vorsitzenden.

Freitag war dann ein ganz schwieriger Verhandlungstag, denn es ging um eine Einigungsstelle „Rufbereitschaft“ nahe Düsseldorf.

Mein dortiger Betriebsratsvorsitzender ist für mich ein absolutes Vorbild, wie man im Ehrenamt des Betriebsrates Charakter zeigt.

Die Einigungsstelle tagte zum zweiten Mal und nach sieben Stunden „stieg weisser Rauch auf“, weil wir uns auf eine Betriebsvereinbarung verständigen konnten, die unter den gegebenen Umständen eines Arbeitgebers, der nicht gerade ein Freund der Mitbestimmung zu nennen sein dürfte, ein Kompromiss ist, mit dem die beteiligten Arbeitnehmer nach unserer Einschätzung leben können.

Die Verhandlungen wurden dabei von einer sehr klugen Arbeitsrichterin geleitet, die ich als „Verhandlungsprofi“ bezeichnen möchte.

Wieder und wieder will ich heute daher darauf hinweisen, dass die Kenntnis von Charakterfixierungen in Verhandlungen aus mehreren Gründen entscheidend ist.

Wenn ich die Charakterfixierung der anderen Verhandlungspartei kenne, kann ich einschätzen, was diese motiviert oder was deren Kernbedürfnisse sind.

Nehmen wir mal beispielsweise den
Enneagrammtyp, der besonders nach Anerkennung strebt – Typ 3, den „Leistungsmenschen“.

Dieser Typ ist darauf ausgerichtet, erfolgreich zu sein und von anderen bewundert zu werden.

Menschen dieses Typs sind oft sehr motiviert, Ziele zu erreichen und dabei anerkannt und geschätzt zu werden. Sie neigen dazu, auf ihr Image und ihren Status zu achten und streben danach, in den Augen anderer gut dazustehen.

Anerkennung und Bestätigung sind für sie oft wichtige Antriebskräfte.

Eine solche Person, die stark auf Anerkennung fixiert ist, ist empfänglicher für Vorschläge, die ihr Status und Sichtbarkeit bieten.

Ich muss als „Gegenüber“ einer solchen Person, diese Eigenschaften im Auge haben und einen gewissen Raum geben, dass diese selbst mit dem Verhandlungsergebnis einigermaßen gut dasteht, ohne dabei natürlich eigene Ziele aus den Augen zu verlieren.

Durch dieses Wissen über die psychologischen Tendenzen des Gegenübers kann ich meine Kommunikationsweise anpassen, um effektiver zu sein.

Beispiel:

Bei einer Person mit einer Kontrollfixierung bevorzuge ich eine direkte und klare Kommunikation, während bei jemandem, der auf Sicherheit fixiert ist, ich mehr Informationen und Zusicherungen gebe und einem Zahlenmenschen gebe ich Zahlen.

Dieses Wissen über mögliche Empfindlichkeiten erlaubt es mir, sensibler und bedachter in der Interaktion vorzugehen.

So habe ich mir in 26 Jahren Vertrauen aufgebaut, was langfristig zu besseren und nachhaltigeren Verhandlungsergebnissen führt.

Insgesamt ermöglicht das Wissen um Charakterfixierungen eine tiefere menschliche Einsicht, die für erfolgreiche Verhandlungen – übrigens in jeder Lebenslage – entscheidend sein kann.

Und wisst Ihr, was das Beste ist?

Ich teile dieses Wissen mit Euch, wenn Ihr Betriebsräte seid, demnächst wieder vom 21. – 23.10.2024 und natürlich wo – in Schweinfurt.

Hier ist der Link zur Veranstaltung:

 

Verhandlungsstark durch Charakterfixierung und Mindset – ein Verhandlungsseminar für Betriebsrätinnen und Betriebsräte21. bis 23.10.2024 Altes Eichamt Schweinfurt

 

Verhandlungsstark durch Charakterfixierung und Mindset

 

Fest an meiner Seite sind wieder meine Mitreferenten Kirsten Pfunt und Frank Jauch.

Nächste Woche begleite ich eine Mandantin zum Personalgespräch, Dienstag verhandle ich in Siegburg mit meinen dortigen Betriebsräte zu Vergütungsstrukturen, Mittwoch kämpfe ich in Aschaffenburg um ein Büro für meine Betriebsräte und Freitag verhandele ich in Düsseldorf zum § 99 BetrVG.

Ich freue mich auf jede einzelne Begegnung mit Euch!

Einen schönen Sonntag!

Euer Frank